Mein Tagebuch

Donnerstag, 23. April 2009

Heute haben sie mich rausgeholt aus Mamas Bauch. Eigentlich hätte ich laut Mietvertrag noch mindestens 5 Tage in der warmen Höhle bleiben dürfen, aber meine Eltern haben es wohl nicht abwarten können. Na, so schlimm ist es auch nicht. Ich habe mich ja gleich bei Mama an die Brust gekuschelt. Irgendjemand hat mir auch noch diese kratzige Mütze aufgesetzt (Hebamme Annemarie mal wieder), und das, wo wir schon seit drei Wochen 20 Grad draußen haben. Scherzkeks.

Freitag, 24. April 2009

Mir geht's super gut. Nur dass ich immer so müde bin! Und bin ich mal wach, muss ich auch noch schwerste Saugarbeit leisten an Mamas Brust. Das schlaucht ganz schön. Zumal da noch nicht richtig was raus kommt. Mama kann sich heute noch nicht so bewegen. Stöhnt ganz schön rum. Und der Bauch ist fast noch genauso dick wie vorher.

Samstag, 25. April 2009

Heute kommen mich mein großer Bruder mit Papa und Oma Moni und Opa Ali besuchen. Alle sind ganz stolz auf mich. 

Sonntag, 26. April 2009

Da kommt ja immer noch keine Milch aus der Zapfsäule! Mama ist schon ganz deprimiert und heult den ganzen Tag. Papa muss kommen und sie trösten.

Montag, 27. April 2009

Mamas Zimmernachbarin geht heute schon nach hause. Die Glückliche hat auch schon Milch im Überfluss. Mama muss abpumpen, weil ich zu faul bin zu saugen. Zum Glück gibt sie mir Ersatzmilch (hypoallergene Anfangsnahrung). Die ist zwar nicht so toll, aber man wird satt davon. Der Kinderarzt hat mich heute auch angeguckt und merkwürdige Tests mit mir gemacht, meine Zehen gezählt und so. Er sagt, mit mir ist alles in Ordnung.

Dienstag, 28. April 2009

Heute sind Mamas Brüste besonders groß. Endlich kommt die Milchproduktion in Gange. Bei all den Globuli und Akupunktur-Sitzungen wird das ja auch mal Zeit. 

Mittwoch, 29. April 2009

Juhu! Heute geht's nach hause! Schnell noch eine Milchpumpe aus der Apotheke ausgeliehen (obwohl wahrscheinlich nicht mehr nötig, die Milch fließt ja jetzt). Puh, ganz schön viel Trubel zuhause. Im Krankenhaus war's den ganzen Tag still. Aber ich gewöhne mich schon dran. Auch an die komische Schlafgelegenheit, in die sich mich immer rein legen, Stubenwagen genannt. 

Freitag, 1. Mai 2009  

Heute war die Hebamme schon wieder da. Sie steckt mich immer in einen echt engen Sack, um mich zu wiegen. Da habe ich doch glatt mal den Sack nass gemacht. Das war ein Spaß! Ich habe gut zugelegt, sagt sie. Mein Geburtsgewicht schon wieder überschritten. Danke, Mama, für die gute Milch!

Sonntag, 3. Mai 2009  

Es ist erstaunlich, wie schnell ich mich an den 3-Stunden-Rhythmus gewöhnt habe. Mama zum Glück auch. Da gibt's immer pünktlich Happahappa. Nachts will ich nicht immer gleich wieder einschlafen. Ist ja auch blöd, so alleine im Stubenwagen. Lieber schlummer ich auf Mamas Bauch. Den Schnuller mag ich nicht so gerne, lieber Mamas Finger. Schön ist es auch, wenn sie mich fest einwickelt (pucken nennt man das wohl). Den Tag über verschlafe ich meistens. Es sei denn, mein großer Bruder will mit mir spielen.

Dienstag, 5. Mai 2009

Manchmal erzählt Mama mir was. Dann guck ich sie mit großen Augen an und drehe meinen Kopf, um ihre Stimme zu verfolgen. Außerdem gefallen mir die Bilder an der Wand und die Muster auf Papas Pullover.

Dienstag, 19. Mai 2009

O backe, jetzt bin ich schon fast vier Wochen alt. So schnell vergeht die Zeit. Und Papas Urlaub auch. Manchmal ist er froh, dass er bald wieder zur Arbeit gehen darf. Zuhause ist es doch ganz schön anstrengend. Soviel Hausarbeit. Und mein großer Bruder will auch immer beschäftigt werden. Am liebsten spielt er mit Mathis auf der Baustelle. Da ist er körperlich auch schön ausgelastet und fällt abends tot ins Bett. An der Erziehung müssen meine Eltern noch etwas arbeiten. Oft kann Laurin überhaupt nicht hören und will ständig seinen Kopf durchsetzen. Aber so geht's ja nicht, dass alles nach seiner Nase läuft. Ich bin schließlich auch noch da! Daran muss sich mein großer Bruder auch noch gewöhnen. Er wird immer gleich grob oder macht extra Unsinn, wenn Mama sich mal um mich kümmern muss. Sonst ist er aber sehr lieb zu mir. Schiebt meinen Kinderwagen, deckt mich zu, gibt mir Küsschen, streichelt mich und gibt mir meinen Schnuller in den Mund (obwohl ich den gar nicht so gerne mag; aber die Geste zählt). Sehr fürsorglich. 

Letzte Woche waren Mama und ich im Kindergarten. Da haben ganz viele Kinder im Kreis gesessen und mich angestarrt. Da habe ich so getan als ob ich schlafe. Mein Bruder war ganz stolz und hat für alle ein Eis ausgegeben. Zum Schluss wollten mich alle anfassen. Aber das bin ich ja gewohnt.

Seit ein paar Tagen habe ich Mundsoor. Das ist nichts Schlimmes. Zum Kinderarzt muss man deswegen nicht. Da gibt's ein Gel aus der Apotheke. Dann geht's weg. Sonst geht's mir ausgesprochen gut. Ich krieg immer genug zu essen, nachts darf ich auf oder neben Mama schlafen, und tagsüber habe ich meist im Kinderwagen meine Ruhe. 

Mittwoch, 20. Mai 2009

Heute war mein erstes Babtreffen. Alle Mamis und Babys aus Mamas Yogakurs waren da. Potzblitz! Und alle Babys sind knackige Mädchen! Jella, Mara, Kaja, Marlene, ... und ich als einziger Junge. Von den drei Noch-nicht-Geborenen sind zwei auch noch weiblich, d. h. eine Chance auf Konkurrenz besteht noch. 

Montag, 25. Mai 2009

Da hat Mama aber gestaunt: schon 5020 g schwer bin ich und 55 cm groß. Und das mit noch nicht mal 5 Wochen! Das haben sie heute bei der U3 gemessen. Sonst war auch alles in Ordnung mit mir. "Gesunder Säugling" steht da im Heftchen. Auf Oma Inges Geburtstag heute Nachmittag haben mich alle bewundert. Immer dieses "och, wie süß!" und "so winzig!" und "ganz wie der Große!". Na ja, wenigstens haben sie meinen Eltern ein paar Scheine zugesteckt. 

Dienstag, 16. Juni 2009

Jetzt bin ich schon fast acht Wochen alt. Papas Elternzeit ging ganz schön schnell rum. Nächste Woche muss er schon wieder arbeiten gehen. Zum Glück hat er ab 29. aber schon wieder Urlaub, weil Kindergartenferien sind.

Dienstag, 23. Juni 2009

Heute Nacht habe ich Mama mal überrascht und 5 Stunden am Stück geschlafen. Sonst krieg ich ja meistens um 11-12 und um 3 Uhr noch mal Hunger. Dann geht's schnell an die Tränke und am liebsten nach der ersten Runde auch schon wieder in die Schlummerkoje. Mama wickelt mich dann immer so schön mollig ein ("pucken"). Dann bin ich schnell wieder eingeschlafen. Aber ich bin ein Frühaufsteher und dann auch schon zwischen 5 und 6 wieder wach. Zum Glück hat Mama auch keine Probleme mit dem Früh-Aufstehen. Da ist man wenigstens rechtzeitig mit allem fertig und pünktlich um 8 beim Kindergarten. Im Kinderwagen mache ich dann mein erstes Vormittagsschläfchen. Ansonsten bin ich auch recht pflegeleicht. Jetzt vertreibe ich mir meine Zeit auch schon mal unterm Spielbogen, wo allerlei lustige Sachen baumeln. Am liebsten liege ich da, wo die Sonne hinkommt. Wenn alles so leuchtet, ... faszinierend. Wenn Mama mir dann noch was erzählt, strahle ich übers ganze Gesicht, versuche mit zu reden und lache. Es ist auch zu lustig, Mama beim Essen zu zuschauen. Wenn Mama und ich meinen Bruder morgens zum Kindergarten bringen, gucke ich mir aus meinem Rennschlitten immer alles genau an. Auf dem Rückweg bin ich meist eingeschlafen. Schreien tue ich nur, wenn ich Hunger habe oder ich totmüde bin, aber nicht schlafen kann, weil mein Bruder mal wieder zu laut ist.

Dienstag, 30. Juni 2009

Wenn ich mich unterm Spielbogen amüsiere und mich mit meinen "hängenden" Freunden unterhalte, flattert da ab und zu irgendetwas durch mein Gesichtsfeld. Ich habe meine Hände entdeckt! Ich weiß schon, wie man die Hände zum Mund führt, um daran zu lutschen. Das schmeckt! Den Schnuller mag ich eigentlich auch ganz gerne. Den nehme ich aber meist nur widerwillig in den Mund. Naja, wenn man sich erst einmal festgesaugt hat, dann geht's meistens. Am besten schmeckt aber Mamas Brust. Ganz klar!

Meine roten Haare stoßen überall auf Bewunderung. Die habe ich von Papa geerbt. Den hohen Haaransatz wahrscheinlich auch.

Letzten Freitag hatte ich mein zweites Babytreffen. Da war ich ziemlich schlecht drauf. Lag wohl am Entwicklungssprung mit 8-10 Wochen, wie er in den schlauen Büchern steht ("Oje, ich wachse"). Jedenfalls fühlte ich mich nur an Mamas Brust zufrieden. Wie das manchmal so ist in fremder Umgebung.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Mannomann, bin ich fett! Meine Oberschenkel sind ganz schön gepolstert, meine Handgelenke und meinen Hals gibt es nicht mehr. Ich wiege schon 7 Kilo! Das ist auf jeden Fall mehr als mein großer Bruder mit zwei Monaten gewogen hat (6300 g). Mama sagt immer "dickes Kind" oder "Raupe Nimmersatt" zu mir. Aber es schmeckt mir eben. Außerdem macht das eifrige Rumstrampeln immer ganz schön hungrig. Meine ersten Anziehsachen passen schon nicht mehr. Mama musste schon die nächste Größe raussuchen (62-68). Und mein Stubenwagen wird langsam zu klein, jedenfalls wenn ich mich recke und strecke. Nachts schlafe ich jetzt gerne in meinem Stubenwagen. Die erste Phase von abends 8 bis 12 oder 1 Uhr besonders lange, danach auch 3-4 Stunden am Stück. Morgens um 6 bin ich dann meistens wach.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Heute bin ich drei Monate alt. Und mal wieder sehr anhänglich. Mama darf nicht weit weg gehen, sonst bin ich traurig. Was ja sonst gar nicht so meine Art ist. Eigentlich bin ich nämlich ein zufriedenes fröhliches Kerlchen. Am liebsten liege ich unterm Spielbogen und plappere vor mich hin.

Außerdem habe ich heute hab das erste Mal nach 6 Tagen wieder mein Geschäft gemacht. Sonst kam da in den letzten Tagen nur stinkige Luft raus. Aber das ist wohl normal bei voll gestillten Babys, sagt das schlaue Buch über Kinderkrankheiten.

Letztes Wochenende war ich das erste Mal feiern. Auf dem 70sten Geburtstag von Tante Helga habe ich schööön geschlafen in der Sektbar (einem extra Raum neben dem Festsaal des Gasthauses). Trotz der lauten Musik. Meine Eltern konnten die Feier total genießen. Mein Bruder war nämlich bei Oma Moni in Holdenstedt einquartiert worden.

Ich schlafe jetzt in meinem eigenen Bettchen, mit meinem Bruder Laurin im Zimmer. Mama bringt uns abends immer gemeinsam ins Bett, liest uns noch was vor und singt ein Einschlaflied. Ich nuckele dann so vor mich hin (meinen Schnuller mag ich zwar sonst nicht so gerne, aber zum Einschlafen ist er ganz o.k.) und schlummere dann irgendwann ein. Wenn ich nachts aufwache und nach Mama rufe, stört Laurin das gar nicht. Der pooft einfach weiter. Gut so, denn im Moment habe ich fast alle 2 Stunden Hunger. Man soll ja auch lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, oder?

Heute bin ich das erste Mal im Fahrradanhänger mitgefahren. Es ist zwar etwas eng (für meine üppige Körperfülle) und man hat das Gefühl eingesperrt zu sein, wenn die Klappe runter ist, aber die Aussicht ist ganz nett während der Fahrt. Schade, dass man so durchgeschüttelt wird. Da werde ich immer so schläfrig. Jedenfalls sind wir jetzt schneller beim Kindergarten und zurück, als wenn Mama zu Fuß gehen muss.

Freitag, 21. August 2009

Na, dass hat ja wieder wunderbar geklappt am Mittwoch auf Opa Fietes 70ten Geburtstag im Gasthaus in Toppenstedt. Wie letztes Mal habe ich wieder den Abend in der Sektbar verbracht und schön geschlafen. Mein großer Bruder hat sogar bis halb zehn durchgehalten und mit Mama toll das Tanzbein geschwungen. Das hätte ich natürlich gern gesehen. Da muss ich wohl noch ein bisschen wachsen.

Apropos wachsen..., ich bin ja schon 67 cm lang und 8530 g schwer. Laut durchschnittlicher Wachstumskurve ist das die Ober-Ober-Grenze ! Mein Bruder wog zwei Kilo weniger bei der U4 und war erst mit gut 7 Monaten so schwer. Wo soll das noch hinführen? Sonst war alles o.k. bei der U4. Die zwei Impfspritzen waren natürlich fies und es haben mir abends ganz schön die Oberschenkel weh getan, aber mit einer Paracetamol habe ich dann gut schlafen können, und nächsten Tag war alles wieder gut.

Ich soll die Bauchlage trainieren, sagt die Kinderärztin. Nun, ich bin halt etwas bewegungsfaul. Ist ja auch gar nicht so leicht mit soviel Speck am Bauch und an den Beinen. Immerhin schaffe ich es schon vom Rücken auf die Seite und mit ganz viel Anstrengung sogar auf den Bauch. Aber die Ärmchen sind dann immer eingeklemmt. Ärgerlich sowas. Mama muss mir dann behilflich sein. Tut sie ja gerne. Sie versucht mich auch immer zu motivieren, in der Bauchlage mein Köpfchen zu heben. Aber das schaffe ich noch nicht all zu lange. Das ist Schwerstarbeit sage ich euch! Lieber liege ich entspannt auf dem Rücken (wie mein platter Hinterkopf beweist). Die Haare können deswegen auch nicht so wachsen am Hinterkopf. Dafür oben umso mehr. Meine Tolle wird immer länger. Verdeckt meinen Milchschorf, wovon ich aber nicht allzu viel habe.

Und kitzelig bin ich ganz schön. Mama prustet mir auf den Bauch oder knabbert an meinem Hals. Da lache ich aus voller Kehle. Ein Heidenspaß! Auch mag ich es wenn Mama mich hin und her schwenkt. Das ist immer ein Lacher wert.

Nachts bin ich jetzt bei 4 Stunden angelangt. Mama muss also höchstens zweimal aufstehen pro Nacht. Vor zwei Wochen hatte ich eine Phase, wo ich mich jede Stunde mit Mama unterhalten wollte. Da war sie tagsüber zu nichts zu gebrauchen. Jetzt ist es wieder besser.

In meiner Babytreffgruppe bin ich übrigens auch der Größte. Die Mädels sind ja sowieso alle zierlicher. Und der Mats Luca ist noch jünger als ich. Wir treffen uns alle 3-4 Wochen.

Sonntag, 6. September 2009

Jetzt bin ich immer sehr neugierig. Will am Tisch mit "sitzen" , mit Fernseh gucken, nicht auf dem Boden abgelegt werden, möglichst überall dabei sein. Z. B. im Baby-Björn getragen werden ist toll. Mein Kopf bewegt sich da ständig von links nach rechts, um auch ja mitzukriegen, was Mama da hinter meinem Rücken so macht.  Das kann Mama aber nicht allzu lange durchhalten bei mir schwerem Brocken. Ich bin aber auch ein langes Ende, trage jetzt schon Bodys der Größe 80/86. Mama muss unbedingt nächste Woche mal zum Kinderflohmarkt, um noch ein paar Wintersachen nachzukaufen. Der Laurin war nämlich im ersten Winter noch nicht so groß wie ich, so dass die Wintersachen fast alle schon zu klein sind für mich.

Mama hat auch manchmal schon das Gefühl, dass ich nicht so richtig satt werde von der Muttermilch alleine. Liegt vielleicht auch daran, dass ich meist ziemlich viel wieder ausspucke nach dem Essen. Naja, dann kommt oft der Spruch "Speihkinder sind Gedeihkinder", was mir ja auch anzusehen ist. Von daher kann ich die gut sechs Wochen auch noch ohne Zu-Brei auskommen. Wer weiß, ob die Gemüsepampe so gut schmeckt wie die süße Muttermilch...

Hab ich schon erwähnt, dass ich ein durchaus sparsames Baby bin? Erstens trage ich ja die Sachen von meinem Bruder auf, und dann verbrauche ich auch extrem wenig Windeln. Jahaa, mein Großes Geschäft mache ich nämlich nur alle 5-6 Tage (dann aber richtig!). Sonst kommen nur stinkende Pumpse raus. Aber besser als jeden Tag diese Currypampe. Tja, und da meine roten Bäckchen und dieser ständige Speichelfluss wohl schon auf den bevorstehenden ersten Zahndurchstoß hindeuten, bekomme ich die abgelaufenen Osanit-Kügelchen von meinem Bruder (Mama hat sich aufgeregt, dass man sogar die jetzt selber bezahlen muss). Ich sag ja, ich bin ein sparsames Baby.

Mittwoch, 18. November 2009

Mann, da hat einer aber lange nichts von sich hören lassen! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen. Soviel passiert in den letzten zwei Monaten. Vielleicht erst einmal das Wichtigste für mich Wonneproppen: das Essen.

Ich mampfe jetzt schon Brei. Sogar zweimal am Tag! Meinen ersten Gemüsebrei (reiner Kürbis aus dem Glas) habe ich probiert am 7. Oktober. Das weiß ich noch genau. Ganz komisch hat sich das angefühlt im Mund. Meine Zunge wollte erstmal alles wieder rausschieben. Die ersten Tage habe ich auch nur ein paar Löffelchen geschafft, mittlerweile schon ein ganzes kleines Schälchen (ca 150g). Und da freu ich mich auch schon immer drauf, wenn ich Mama mit dem Lätzchen sehe und das Schälchen klappern höre, werde ich schon ganz ungeduldig in der Wippe und wedele mit den Ärmchen. "Mach schnell, Mama!" knurre ich dann. Mir schmeckt eigentlich alles: sowohl Mamas Selbstgekochtes als auch die fertigen Gläschen aller Art, z. B. Kürbis, Kartoffel, Fenchel, Karotten, mit und ohne Fleisch. Pastinaken nicht so gern pur, aber gemischt geht's. Am Anfang musste der Brei noch sehr flüssig sein, so dass er gut nach hinten fließen konnte, weil ich das Schlucken noch nicht so drauf hatte (da hat Mama dann alles mit abgekochtem Wasser verdünnt). Aber mittlerweile klappt das Essen immer besser (das Rumschmieren auch!). Wie gesagt bekomme ich meist schon um 11.30 Uhr meine Mittagsmahlzeit (bevor wir meinen großen Bruder vom Kindergarten abholen). Am Spätnachmittag, so gegen 17 Uhr, kriege ich dann meine Haferflocken. Die mag ich sogar noch lieber als dieses Gemüsezeugs. HA-Milchpulver 1 mit abgekochtem Wasser, Milupa Haferflocken oder Vollkornflocken und zwei Löffelchen Obstbrei wie Apfel-, Birnen- oder Heidelbeermus. Mhm, lecker sag ich euch! HA ist doch dieses hypoallergene Krams, wegen dem erhöhten Allergierisiko bei uns in der Familie. Aber bei mir scheint allergietechnisch alles nicht so akut zu sein. Jedenfalls habe ich noch keine allergischen Reaktionen gezeigt wie mein Bruder. Ich habe auch nur wenig Milchschorf. Mama darf eigentlich auch alles essen, selbst Sauerkraut und Kohl und Zwiebeln. Nur bei Orangensaft bekomme ich manchmal einen wunden Po.

Nachts bin ich auch immer noch sehr hungrig. Alle drei Stunden will ich auf jeden Fall an Mamas Brust. Gegen Morgen sogar noch öfter. Tja, von nichts kommt nichts! Ich muss ja schließlich mein Kampfgewicht halten. Zum Glück schlafe ich aber sofort wieder ein. Mama soll ja auch ihren Schlaf haben (*grins*). Spucken tu ich auch fast gar nicht mehr. Alles wird verwertet.

Mein Gewicht hält mich leider etwas davon ab, mich fort zu bewegen. Am liebsten liege ich auf dem Rücken und lasse mir mein "Handwerkzeug" reichen. Ich gucke zwar neugierig nach allen Seiten und verbiege mich ganz gut dabei, aber das Rollen, Drehen oder Robben habe ich noch nicht entdeckt. Aber wer hat schon was gegen gemütliche Leute? Ich finde das gar nicht so schlecht: da kann der Laufstall an einer Seite noch offen bleiben, da muss sich die Mama nicht so tief bücken mit ihrem Rücken. Hat's sowieso schon schwer genug mit mir: Sie trägt ja mittlerweile fast eine ganze Wasserkiste, wenn sie mich durch die Gegend schleppt! 10650 g gestern nackig beim Kinderarzt! Frau Dr. Groht sagt aber, es ist alles o.k. Im U-Heft steht wieder "gesunder kräftiger Junge". Na also.

Und sportlich bin ich ja durchaus: im Babyhopser, der in Türrahmen zur Küche hängt, verbringe ich einige Zeit am Tag. Dort hopse ich, stoße mich mit den Füßen ab und schwinge mich hin und her. Gerne liege ich auch im Kinderzimmer und gucke Laurin beim Spielen zu (und er fühlt sich dann auch nicht so allein). Allgemein bin ich wohl ein lustiger Gesell kann man sagen.

Macht das Spaß! Ich probiere meine Stimme aus. Die ersten Laute sind nanana oder grrr. Und tolle Pupsgeräusche mit den Lippen kann ich schon machen. Laurin hört sogar immer schon irgendwelche Wörter heraus. Ständig fragt er mich auch irgendwas und erwartet, dass ich ihm antworte. So ein Dummerchen! Weiß er denn nicht, dass Babys noch nicht sprechen können? Dann wird er immer ganz ärgerlich, wenn ich ihn nur verdutzt angucke und nicht antworte.

Ach ja, und dieses ständige Gesabber geht mir ganz schön auf die Nerven. Immer drückt es so komisch in meiner Kauleiste. Mama sagt: "Die Zähne kommen bald durch." Aber das sagt sie schon seit Wochen. Das hilft mir auch nicht bei meinem Sabberproblem. Ein Stück schönen kalten Apfel lutschen ist da super gegen.

Am 25. Oktober bin ich getauft worden. Uijuijuih! Da musste ich mich mit meinem dicken Bauch in ein ziemlich enges Taufkleidchen zwängen. Der Tradition wegen, meinten meine Eltern. Papa hat das nämlich auch schon angehabt bei seiner Taufe. (*grübel* ...der war doch auch so dick als Baby...) Na ja, jedenfalls sah ich aus wie ein Mädchen. Aber ich mach ja alles mit. Mit mir wurden noch zwei andere Babys getauft: Mara Julie Schulze aus meiner Babygruppe und noch eine Helene. Ich kam als letzter dran. Aber das machte nichts. Mir ging's gut in meinem Kinderwagen, der ganz vorne stand. Mein Bruder Laurin hat dann mitgeholfen, das Taufbecken zu füllen. Und meine Patentante Carmen hat etwas für mich vorgetragen in der Kirche. Mein Patenonkel Michael durfte auch mit nach vorne, aber da er nicht in der Kirche ist, durfte er nur so dabei stehen. Mein Taufspruch ist "Die Liebe hört niemals auf." 1 Kor 13,8. Meine Eltern haben den Spruch ausgewählt, weil er so schön kurz ist. Und weil sie die Liebe für sehr wichtig halten. Besonders die Liebe zwischen Eltern und Kindern, die ja oft auch auf eine harte Probe gestellt wird. Irgendwie passte der Spruch so gut zu der Phase, die wir mit Laurin gerade erleben. Der stellt unsere Liebe nämlich auf eine ganz schön harte Probe...

Mama und Papa können nämlich ganz schön in Wut geraten, wenn mein großer Bruder mich mal wieder grob behandelt. Besonders Papa bekommt da ganz schnell einen erhöhten Blutdruck. Mama sieht das etwas gelassener und geht nicht immer gleich dazwischen, wenn Laurin mich zu fest am Hals drückt oder sich auf mich legt oder mir im Gesicht rumwuschelt. Ich meine, das kriegt er sowieso alles wieder zurück, später, wenn ich größer bin und viel stärker und kräftiger werde wie er (*hähä*).

Mein Spiegelbild interessiert mich nicht so sehr. Mich wundert immer nur, dass Mama manchmal zweimal da ist. Dann gucke ich immer ganz erstaunt von Mama zum Spiegelbild und wieder zurück. Und grinse. So süß !

Meine erste Erkältung mit Husten habe ich auch schon hinter mir. Laurin schleppt ja immer alles an. Aber soo schlimm ist das nicht. Nur dieses Nase-Abwischen mag ich ja gar nicht!

 

Mittwoch, 6. Januar 2010

Und schon haben wir wieder ein neues Jahr. In Mamas Weihnachtspost stand wieder viel Gejammer über die Zeit, die so schnell vergeht. Pah, merke ich gar nichts von. Was die Erwachsenen immer haben...

Weihnachten war dies Jahr nicht so angenehm, weil wir alle krank waren. Erst hatte der Laurin zwei Tage Fieber (das war schon vor Heilig Abend), dann kamen Mama und Papa, die Weihnachten ziemlich durchhingen, und dann ich noch hinterher. Wer weiß, vielleicht war's sogar die gefürchtete Schweinegrippe (Nachtrag: Ja, war's!). Laurins bester Kumpel hatte sie auf jeden Fall, denn er wurde beim Kinderarzt positiv getestet. Also haben Mama und Papa mich auch zu Frau Dr. Groht geschleppt und den Test machen lassen. Jedenfalls bin ich ganz schön abgemagert. Beim Kinderarzt habe ich nur 10660 g gewogen. Das hatte ich ja schon vor 6 Wochen!

Den Jahreswechsel haben wir alle verschlafen.

Mama lässt mich kaum noch ran an die leckere Milchtränke. Nur nachts darf ich nochmal zur Beruhigung, und zwischendurch mal vormittags und nachmittags. Aber viel kommt da nicht mehr. Jetzt muss ich immer komischen Tee und so merkwürdige Milch aus der Flasche trinken. Das mag ich aber gar nicht gerne. Da ist mir Essen schon lieber. Morgens gibt's gleich eine gemuste halbe Banane mit eingeweichtem Zwieback, vormittags dann Obstbrei mit Getreideflocken. Dann mache ich meist über Mittag mein Schläfchen im Kinderwagen, wenn Mama meinen Bruder vom Kindergarten abholt. Ich schlafe dann im Flur weiter und Mama kann in Ruhe Mittag machen mit Laurin. Wenn ich gut drauf bin, schlafe ich sogar so lange, dass die beiden auch eine Mittagsruhe machen können. Wenn ich aufwache, bin ich dran mit Mittag. Mhm, Gemüsebrei! Selbstgekocht von Mama. Zur Zeit Kartoffel-Karotten-Fenchel-Pastinaken-Mix. Natürlich nur die guten Sachen aus dem Bioladen nebenan. Nachmittags gibt's dann einen Snack, z. B. Dinkelstangen oder Reiswaffeln, und Abends esse ich gerne meinen Milch- Getreide-Obstbrei. Ich sitze jetzt beim Essen schon im Hochstuhl. Das ist toll, da hat man einen viel besseren Überblick.

Viele schlaue Leute haben gesagt: "Wenn Lionel erstmal seinen Brei abends kriegt, wird er auch durchschlafen." Ätsch, stimmt gar nicht! Ich habe schon immer einen leichten Schlaf gehabt. Bei jedem Geräusch bin ich nachts wach (wenn einer auf Klo geht oder so). Außerdem zwischendurch auch öfter mal. Dann rufe ich, dass jemand kommt und mich auf die Seite legt, damit ich weiter schlafen kann. Das kann jede Stunde sein. Da habe ich gar keine Skrupel. Wie soll ich denn sonst wieder einschlafen? Außerdem muss ich wissen, ob Mama noch da ist.

 

Donnerstag, 14. Januar 2010

Ich bin ein Frühaufsteher. Mama ist schon ganz genervt. Das fängt manchmal schon vor fünf an, dass ich am liebsten aufstehen möchte. Aber spätestens um sechs will ich dann hoch. Endlich was erleben! Action!

Am liebsten sitze ich irgendwo in Mamas Nähe. Mal im Wohnzimmer, wo ich es liebe, meine Spielzeugkiste auszuräumen. Oder in der Badewanne, wo ich mein Spiegelbild beobachte und über den Rand linse, indem ich schon mal übe, mich hoch zu ziehen. Wenn Mama duscht, liege ich auf der Badematte. Wenn Mama in der Küche hantiert, vergnüge ich mich im Babyhopser. Wenn Mama Wäsche sortiert, habe ich meinen Spaß, indem ich mich durch den Wäscheberg wühle. Wenn Laurin nachmittags da ist, sitze ich gerne bei ihm im Zimmer, während er spielt. Mein Bruder hat tolles Spielzeug, aber oft darf ich die nicht anfassen, sonst wird er wild.

Mit dem Fortbewegen hab ich's nicht so. Manchmal rutsche ich auf dem Popo vorwärts. Wenn ich irgend etwas erreichen möchte, was vor mir liegt, beuge ich mich ganz nach vorne und ziehe mich dann etwas weiter vor. So habe ich auch schon rausbekommen, dass man sein Geschäft am besten in vorgebeugter Haltung erledigen kann. Clever, nicht wahr? Und danach dann schööön platt drücken.

Das Größte ist, wenn mich einer hochzieht zum Stehen. Dann freue ich mich wie ein Schneekönig, stehe da auf Zehenspitzen wie eine Ballerina, juchze und strecke meine spitze Zunge raus. Das ist der Renner. Darüber können sich alle amüsieren.

Draußen ist es mir zu kalt. Schon seit vor Weihnachten haben wir eisige Temperaturen um die -5° C. Und viel, viel Schnee. Komisches weißes Zeugs. Meist sitze ich dann völlig eingemummelt in der Karre und schaue Mama und Laurin beim Schneeschippen zu. Das ist aber langweilig. Lieber sitze ich drinnen hinter der Glasscheibe und spiele, während Mama und Laurin draußen auf der Terrasse ein Iglu bauen.

Schön warm ist es immer beim Babyschwimmen im Salü. Ganz relaxt lasse ich mich im warmen Wasser treiben. Nur nicht überanstrengen. Lieber auf einer Schwimmente lutschen und an Mamas Schulter kuscheln. Verstehe nicht, wieso die anderen Babys manchmal so hysterisch werden... Auch das Tauchen macht mir überhaupt nichts aus. Ist lustig wie Mama immer aussieht nach dem Tauchen, so pudelnass.

Ich liebe das Essen! Schon wenn ich Mama mit 'nem Toastbrot sehe oder der Schüssel in der Hand, werde ich ganz ungeduldig, fuchtele mit den Armen und drängle: "Mmhmmmmh!" Wenn der Löffel kommt, geht der Mund immer auf, weit auf. Das schmeckt aber auch alles sehr lecker! Morgens nach dem Aufstehen schon Zwieback mit Banane. Zwischendurch meist eine Milch oder Getreidebrei. Mittags lecker Gemüsebrei, manchmal mit Fleischeinlage. Nachmittags Getreidebrei mit Obst oder eine Scheibe Brot o.ä. Abends dann eine große Portion Milch-Getreide-Brei und zum Schlafengehen noch eine kleine Milch hinterher. Manchmal esse ich mehr als Laurin, das schmale Hemd! Ich will ja auch groß und stark werden. 

Trotz des guten Essens schlafe ich noch nicht durch. Bin oft 4-5 mal wach die Nacht. Meist weil mein Schnuller rausgeflutscht ist. Dann muss jemand kommen und ihn mir wieder in den Mund stecken. Meist ist das Mama. Dann kann ich wieder weiter schlafen. Wenn's Mama zu dumm wird, holt sie mich rüber ins große Bett. Das ist schön, so dicht bei Mama. Manchmal liegt mein großer Bruder auch schon da. Dann wird's etwas eng. Aber finden das gut.

 

Donnerstag, 28. Januar 2010

Meine Haare wuchern. Mama hat schon ein bisschen rumgeschnippelt über den Ohren. Bald fällt mir meine rote Strähne in die Augen, wenn das so weiter geht.

 

Erziehungsberatung, Elterntraining, früher gab's so was alles nicht

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